Rezension: Kiki Sonne – eine Sternenputzergeschichte an der Pestalozzi-Schule

Das Schuljahr neigt sich dem Ende entgegen und wo sich anderswo alle auf die kommenden Ferien vorbereiten, ist an der Pestalozzi-Schule mal wieder ein Musical los. Was auf der CD von Reinhard Lakomi manchmal befremdlich klingt, wird hier zum inklusiven Donnerwetter.

Jedes Kind – egal ob autistisch, hochbegabt, introvertiert, groß oder klein, macht hier mit. Vor einem selbst gestalteten Sternenhimmel inklusive Wurmloch dreht der himmlische Direktor an seiner fahrbaren Himmelsorgel aus Pappmaschee und hält so die Planeten in seiner Bahn. Doppelte Besetzungen ermöglichen es, dass wirklich jeder und jede, die Rolle spielen kann, die er haben wollte. Weil das Weitergeben der Mikros die Dynamik des Stückes zerstören würde, müssen die Jungs und Mädels eben laut sprechen und singen. Nicht die einzige Herausforderung, die sie fantastisch meistern: Nein, manche spielen und interpretieren ihren Text wie die Großen im Theater.

Eine wahre Freude für alle Zuschauer – das Stück hat keine Längen, die Sänger leben in ihren Rollen, singen und strahlen die Zuschauer an. Wer keine Rolle hat ist Sternen- oder Laternenkind und singt im Chor. Manchmal vergessen die Chorkinder zu singen. „Es ist einfach so schön, was die da machen, da muss ich immerzu hingucken“, sagt ein Chor-Erstklässler, der vergessen hat, dass er eigentlich zum Publikum schauen und selbst singen sollte.

Damit trotzdem alles läuft und jeder seinen Einsatz und den richtigen Ton trifft, singt Frau Seher, die verantwortliche Chorleiterin und Musiklehrerin im Zweifel ein, gibt Regieanweisungen, hat alle im Blick – auch ihre Band, in der sie Mitglied ist. Ach ja, die Band: Eine Eltern-Lehrer-Schüler-Band ist das und sie sorgen dafür, dass der Saal rockt. Das Publikum ist begeistert, wenn Jupiter Saturn beleidigt, Erde sich mit Venus streitet und wieder versöhnt, der Sternenputzer die Laternenkinder zu den Energiefressern schickt und am Ende Kiki Sonne doch noch seine Freundin Leyla auf Alpha Centauri rettet.

Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt: Nach nur vier Aufführungen war alles wieder vorbei. Aber zum Glück gibt’s noch die Einschulung der neuen Erstklässler im August – und da können die jungen Stars noch einmal zeigen, was aus kleinen Pestalozzi-Schulanfängern alles werden kann, wenn sie erstmal den Chor besuchen…